Ohne Fachbegriffe geht’s nicht

Merit Order Effekt

Merit Order bezeichnet auf dem Strommarkt die Einsatzreihenfolge der produzierenden Kraftwerke. Dafür werden die angebotenen Kraftwerke nach ihren Grenzkosten sortiert. Beginnend mit dem Kraftwerk mit den niedrigsten bis hin zu dem mit den höchsten Grenzkosten. Bei der Preisbildung an der Börse richtet sich der Preis nach dem letzten Kraftwerk, welches abgerufen wird.

Erneuerbare Energien wie Solar und Wind haben sehr niedrige Grenzkosten, da sie keine Ressourcen einkaufen müssen. In Zeiten mit viel Wind oder Sonne kommen viele erneuerbare Anlagen auf dem Markt und verschieben damit den Merit Order, die teuren konventionellen Kraftwerke werden zurückgedrängt.

Der niedrige Börsenpreis bringt einige Nachteile mit sich. Die Belastung des EEG-Umlagekontos steigt und damit steigt auch die Umlage. Außerdem lohnt sich der Weiterbetrieb von älteren erneuerbaren Energieanlagen erst ab einem gewissen Börsenpreis. Um den Börsenpreis auf das benötigte Level zu heben, muss beispielsweise der CO2 Preis steigen. Damit würden die Stromgestehungskosten fossiler Kraftwerke steigen und der Durchschnittspreis an der Börse steigen. Gleichzeitig würden Investitionen in neue fossile Kraftwerke unrentabler und die Erreichung der Klimaziele unterstützt.

Die EU hat Anfang des Jahres Maßnahmen verabschiedet, welche die CO2 Preise auf ein realistischeres Level heben sollen. Ziel muss dabei die vollständige Internalisierung der externen Effekte sein, die der Ausstoß von CO2 verursacht. Die ersten Effekte machen sich dadurch bereits im Börsenpreis bemerkbar. In der Zeit ist der Preis für CO2 Zertifikate von rund um 9 €/MWh auf 15 bis 16 €/MWh gestiegen (Stand: Juni 2018).

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