Ohne Fachbegriffe geht’s nicht

Primärreserve

Im deutschen Stromnetz gilt die Normalfrequenz von 50 Hertz. Um diese halten zu können, müssen unvorhergesehene Schwankungen in Sekunden ausgeglichen werden. Ein wichtiges Werkzeug der sogenannten Regelenergie ist dabei die Primärreserve, die innerhalb von 30 Sekunden und über eine Dauer von mindestens 15 Minuten zur Verfügung stehen muss. Dabei gibt es sowohl positive als auch negative Primärreserve. Während die Erzeugung bei der positiven Reserve hochgefahren werden muss, wird diese bei der negativen Reserve runtergefahren. Für die Primärreserve eignen sich wegen der kurzen Zeiten zum Hochfahren ausschließlich flexible Erzeuger.

Aktiviert wird die Primärreserve nicht durch die vier Übertragungsnetzbetreiber, sondern frequenzabhängig: Der Anbieter misst die Netzfrequenz und reagiert unmittelbar auf Schwankungen. Um an der Ausschreibung der Primärreserve teilnehmen zu können, muss der Anbieter mit einem der vier Übertragungsnetzbetreiber einen Rahmenvertrag schließen. Die Ausschreibung selbst findet einmal wöchentlich auf https://www.regelleistung.net/ext/ statt. Ein Zuschlag verpflichtet den Auktionsteilnehmer, die angebotene Leistung in der Folgewoche bereitzuhalten.

Vergütet wird diese Bereitstellung allein über den Leistungspreis – da das Verhältnis zwischen positiver und negativer Leistung annähernd symmetrisch ist, verzichtet man auf eine aufwendige Abrechnung des Arbeitspreises.

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