Ohne Fachbegriffe geht’s nicht

Direktvermarktung (DV)

Das Erneuerbare Energien Gesetz EEG erlaubt Anlagenbetreibern, Strom auf drei verschiedenen Wegen zu verkaufen.

1. An der Strombörse zum Marktpreis. Förderungen oder Bezuschussungen entfallen dabei – ein Grund, dass dieser Weg nur in Ausnahmefällen genommen wird.
2. Außerhalb der Börse, über Großabnehmer und -händler. Interessant vor allem für Anlagen mit niedriger EEG-Vergütung, denn die Abnehmer zahlen in der Regel etwas mehr. Der Grund: Das „Grünstromprivileg“ ersparte ihnen die EEG-Umlage, wenn sie einen festgelegten Mix einkaufen. Seit der Gesetzesänderung 2012 ist diese Rechnung allerdings kaum noch lukrativ und wurde zudem 2014 gänzlich gestrichen.
3. Direktvermarktung im Marktprämienmodell: Eine Marktprämie gleicht die Differenz zwischen dem energieträgerspezifischen Marktpreis und der vorherigen fixen EEG-Einspeisevergütung aus. Zu Spitzenzeiten (und Spitzenpreisen) werden dabei sogar höhere Gewinne erzielt.

Daneben gibt es einige gesetzliche Privilegien:

Für den Biogasanlagenbetreiber bedeutet die Umstellung auf die DV keinen nennenswerten Aufwand, außer dass er je nach gewähltem Modell zwei Abrechnungen bekommt – eine vom Netzbetreiber, eine vom Vermarkter. Diese bieten übrigens fast immer eine Zahlungsabsicherung in Form einer Bürgschaft, womit das Risiko eines Zahlungsausfalls nicht existent ist.

Für Biogasanlagen ab 500 kW, die ab jetzt ans Netz gehen, wird die Direktvermarktung zur Pflicht. Ebenso eine Fernsteuerung, wenn man weiter von der Marktprämie profitieren möchte. Ab 2015 gilt dies auch für Altanlagen.

Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass die Direktvermarktung kein neuer Prozess für die Energiewirtschaft ist. In Deutschland gilt, dass keine Einspeisung in das Stromnetz zulässig ist, die nicht von einem Händler aufgenommen wird. Im Bereich der Erneuerbaren Energien wurde durch die Gesetzgebung zur Günstromeinspeisung bereits vor dem ersten EEG eine Sonderlösung für Ökostrom geschaffen, die seit der Einführung der Direktvermarktung mit dem EEG 2012 nun wieder den Standardprozess darstellt.

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